Die Ursprünge Alheims reichen weit zurück. So zeigen archäologische Funde, dass die Region schon in der Jungsteinzeit besiedelt war. Die urkundlichen Ersterwähnungen der Ortschaften liegen zwischen Früh- und Spätmittelalter. Durch einen Brand im Kloster Hersfeld, das in jener Zeit hier die Vorherrschaft hatte, sind jedoch bereits im frühen Mittelalter zahlreiche ältere Unterlagen verlorengegangen. Eine Betrachtung der Etymologie der Orts- und Bachnamen lässt zudem darauf schließen, dass die Orte zum Teil deutlich älter sind, als deren urkundliche Ersterwähnung. So lässt sich der Ursprung unserer Gemeinde in der zweiten Besiedelungsperiode Hessens, zwischen 400 und 800 n. Chr., verorten. Eine Zeit, die geprägt war, vom Niedergang des Römischen Imperiums. Unsere Region war jedoch um das Jahr 0 nur nominell und für kurz Teil des Römischen Imperiums und zu dieser Zeit siedelte hier der germanische Stamm der Chatten, was sich auch noch heute in den Namen der Bäche und Ortschaften widerspiegelt. Der Name des Gudebachs leitet sich z. B. von Wodaha ab, was in der alten Sprache so viel wie wildes Wasser hieß. Sterkelshausen wiederum hieß z. B. in seiner frühen Form Starcolfeshuson, was so viel bedeutet, wie “die Häuser des Starcolf”. Starcolf: ein germanischer Name. Von den Chatten leitet sich auch der Name Hessen ab. Im Jahr 9 n. Chr. kämpften die Chatten an der Seite der Cherusker gegen die Römer.
Die Chatten verbündeten sich zur Zeit der Gründung unserer Ortschaften mit den Franken, gingen so im fränkischen Reich auf und konnten sich damit eine gewisse Eigenständigkeit bewahren. Alheim liegt im Grenzgebiet des chattischen Siedlungsraums und an der damaligen Grenze zu den Sachsen. Unsere Region war daher damals häufig von kriegerischen Auseinandersetzungen betroffen und diente den Franken als Ausgangspunkt für Feldzüge gegen die Sachsen.
Die Chatten haben keine schriftlichen Überlieferungen hinterlassen, so dass wir auf andere Quellen zurückgreifen müssen, wenn wir etwas über unsere Ursprünge erfahren wollen. Der römische Schreiber Tacitus erwähnte die Chatten explizit. So schreibt er unter anderem: “Ein abgehärteter Menschenschlag, gedrungener Gliederbau, ein drohender Blick, energischer Mut und ein für germanisches Wesen nicht gewöhnlicher klug berechnender Sinn.” Vor Ort erzählen noch zahlreiche Bodendenkmäler, mittelalterliche Wehrkirchen, gut erhaltene Fachwerkhäuser und einer der am besten erhaltenen Thing-Plätze Hessens von unserer Vergangenheit. So liegt z. B. zwischen Heinebach und Niedergude eine Wallburg aus frühmittelalterlicher Zeit. In Baumbach liegt zudem der Ursprung der Adelsfamilie von Baumbach. Das dortige Stammhaus wurde im frühen 14. Jahrhundert zugunsten der Burg Tannenberg bei Nentershausen aufgegeben.
